20.10.2011 Sondertraining AWO
20.10.2011 Sondertraining AWO
Das AWO-Seniorenwohnheim „Haus am Mühlenteich“ in Lensahn hatte uns wieder mal eingeladen. Wir sind recht regelmäßig dort zu Gast und kombinieren dann Training (Zielpersonen sind freiwillige Senioren) und „Besuchshundedienst“ miteinander. Eine feine Sache - für das Wohnheim und für uns :o)
Einige Mitbewohner warteten schon aufgeregt im Speisesaal, als die ersten Hunde eintrafen.

Viele der Senioren hatten früher eigene Hunde und erzählen freudig aus der Vergangenheit mit ihren Vierbeinern. So manch ein seliges Lächeln zaubert sich in ihre Gesichter, während sie unsere Hunde kraulen. Das ist auch für uns ein sehr schöner Moment.
Außer klönen, streicheln und kraulen ist aber natürlich auch Suchen angesagt. Manchmal dürfen sich unsere Seniorhelfer einen Suchhund aussuchen, manchmal teilen wir den passenden Hund zu. Leicht unsichere VPs müssen ja nicht unbedingt von einem sehr großen Hund oder von einem „Verbeller“ aufgespürt werden. Für diese Modelle haben wir natürlich „Spezialsenioren“
Das Suchen in einem Wohnheim ist für unsere Teams eine große Herausforderung. Schon am Suchansatz ist so einiges anders als sonst. So viele Leute sitzen drum herum, eine recht ungewohnte Situation für die Hunde. Sie „beschwichtigen“ anfangs viel und so manch einem ist etwas unwohl zumute.

Wer schon immer mal den pigmentierten Fleck auf Lottes Zunge sehen wollte – da ist er. Beim Beschwichtigen sehr gut zu sehen ;o)

Die Hunde unter solcher Ablenkung auf die Suche einzustimmen, erfordert Nervenstärke und Können des Hundeführers.

Und manchmal wird der Hundeführer nach der Geruchsmusterangabe unvermittelt angesprochen, der Hund muss dann untypisch Warten

Die Gänge in den Wohnheimen sind sehr glatt, die Hunde schlittern je nach „Antriebskraft“ manchmal enorm

Einige Hunde schalten von sich aus im Tempo zurück

Die kleinwüchsigen Hunde haben meist trotzdem eine hervorragende „Bodenhaftung“. Der Hundeführer muss umsichtig an seinem Hund sein. Hinter jeder Ecke könnte ein unbedarfter Mitbewohner gerade denselben Gang betreten wollen. Oder steht dort vielleicht ausgerechnet der Büffetwagen mit Abendbrot in Schnauzenhöhe?

Gegenverkehr zwingt die Teams zu gelegentlichen Stopps.

Die Raumdekoration kann manchmal auch zu plötzlichem Schweißausbruch animieren. Hier mit Pinchen kein Problem aber wir haben ja auch sehr schnelle, aufgeregte Hunde, wenn die dort ins Kreiseln kommen würden…

Die Treppenaufgänge sind auch sehr glatt, zudem sind Treppenhäuser für einige Hunde so schon eine Herausforderung. Billy sieht hier sehr merkwürdig aus. Er musste sich im Dunkeln die Treppe runter tasten. Das Blitzlicht lässt Euch teilhaben.

Aber auch mit Licht sind Treppenhäuser halt nicht ganz so einfach zu meistern. Sollte der Hund rauf oder runter laufen, muss der Hundeführer erst Leine raus geben, um zu sehen ob der Hund auch wirklich dort weiter möchte, bevor er folgt. Die Gefahr, dass der Hundeführer seinen Hund rauf oder runter schiebt ist dort sehr groß. Natürlich könnte auch jederzeit jemand das Treppenhaus betreten und natürlich kann man auch prima mit der Leine am Geländer hängen bleiben und den Hund ungewollt und hart ausbremsen.

Und so ein Treppenhaus kann lang sein, VP-Ausstieg durch zahlreiche Nebentüren jederzeit möglich.

Apropos Ausstieg. Manch ein Hund wollte anfangs eigentlich nur raus aus dem Wohnheim, ab in die gewöhnlichere Umgebung. Dazu kommt, dass die Hunde die Lichtschranken aktivieren, sobald sie nah genug an den Türen sind. Offene Türen sind immer eine Einladung für Hunde.
Louise hatte es versucht aber Ele hats sofort bemerkt „das fühlt sich jetzt irgendwie nach Flucht an!“ So weit muss der Hundeführer auch erstmal sein, das spürt nicht jeder.

Einige Hunde störten sich absolut nicht an den besonderen Trainingsbedingungen. Die Wartezeit wurde tatsächlich auch für ein Schläfchen genutzt.

Seniorhelfer sind für Hunde manchmal noch ungewohnt. Sie müssen lernen, dass die Zielperson durchaus auch mal im Rolli sitzen oder am Gehwagen stehen könnte. Gerade „kernige“ Junghunde werden zu älteren Personen ja eigentlich nicht so nah heran gelassen. Das gibt eine unbewusste Verknüpfung ab. In der Suche sollen die Hunde aber dann doch ran und die Zielperson auch noch anzeigen.

Das war mal wieder ein wirklich nettes aber auch aufregendes Training im AWO-Wohnhaus. Leider haben wir nicht besonders viele Bilder hin bekommen (kommt ja auch schnell mal schwankende Deko dazuwischen ;o)
Wir kommen gerne wieder! Und so mach ein Seniorhelfer würde die Zeit bis dahin gerne beschleunigen wollen.
